Dienstag, 20. April 2010

Das neue Antiphonale Romanum


Über 30 Jahre nach Erscheinen der Liturgia Horarum ist es nun endlich möglich, die Vespern der Sonn- und Feiertage nach der aktuellen Liturgie auch gregorianisch zu singen. Ende 2009 ist nämlich der erste Band des neuen Antiphonale Romanum in Solesmes erschienen, genauer: Band II mit den Vespern der Sonn- und Feiertage.

Mir liegt der Band nun vor. Ich will mal kurz das Ergebnis einer ersten Sichtung beschreiben, ohne den Anspruch zu erheben, eine kompetente Beurteilung vornehmen zu können.

Das Format (14 x 21 cm) entspricht dem des Graduale Romanum, der Einband ist fest und aus rotem Kunstleder, der Seitenumfang beträgt 786. Mit ca. 3 cm ist der Band nicht übermäßig dick. Er enthält zwei Lesebändchen (rot und gelb), was gerade ausreicht, wenn man die gleich bleibenden Texte auswendig kennt; ein oder zwei Bändchen mehr wären aber besser.

Der Titel lautet
LITURGIA HORARUM IUXTA RITUM ROMANUM
ANTIPHONALE ROMANUM
IN CANTU GREGORIANO
AD EXEMPLAR ORDINIS CANTUS OFFICII DISPOSITUM
II
AD VESPERAS IN DOMINICIS ET FESTIS

Vorangestellt ist dem Werk ein Dekret der Gottesdienstkongregation, in dem enthaltene Änderungen gegenüber dem Ordo cantus Officii von 1983 approbiert werden.
Der Druck ist zweifarbig (rot und schwarz), wobei die eigentlichen Rubriken in schwarzer Kursivschrift dargestellt werden. Die verwendete Kursivschrift wirkt teilweise etwas unruhig und ist anscheinend nicht optimal zugerichtet/gekernt.
Enthalten ist alles, was für die (1. und 2.) Vesper der Sonntage sowie der Hochfeste und Feste des Generalkalenders benötigt wird. Ebenso sind der Gründonnerstag, der Karfreitag und der Ostermontag enthalten. Für Kirchweih- und Apostelfeste finden sich Communia. Für gewisse Eigenhochfeste wie Patronatsfeste ist der Band also nicht ausreichend.

Der Inhalt beginnt mit dem Proprium de Tempore mit einem Umfang von 445 Seiten.
Für die Sonn- und Feiertage des Weihnachts- und des Osterfestkreises finden sich dort der Hymnus (stets mit allen Strophen ausnotiert; wo ein Hymnus an mehreren Tagen vorkommt, wird mit Verweisen gearbeitet), die Antiphonen mit Angabe der zu Grunde liegenden Bibelstelle und des Psalmtons (Endung nach der Antiphon ausnotiert: E u o u a e), die vollständigen Psalmtexte, wobei die musikalischen Akzente typografisch hervorgehoben werden, die Kurzlesung, das Responsorium (hier wird ebenfalls mit Verweisen gearbeitet), die Magnificat-Antiphon, die Fürbitten und die Oration.
Für die Zeit im Jahreskreis sind, nach Lesejahren geordnet, die Magnificat-Antiphonen der einzelnen Sonntage angegeben, dahinter die Orationen der einzelnen Sonntage.
Dann folgen die Hochfeste des Herrn, die in die Zeit im Jahreskreis fallen.

Das Ordinarium umfasst 48 Seiten. Es enthält für den 4-Wochen-Zyklus Hymnus, Antiphonen, Psalmen, Kurzlesung, Responsorium und Fürbitten.

Das Proprium de Sanctis besteht aus 197 Seiten. Beim Weihetag der Lateranbasilika wird nur eine Magnificat-Antiphon für die 2. Vesper und eine Oration angegeben und auf das Commune verwiesen. Bei den Apostelfesten wird teilweise auf das Commune verwiesen, ansonsten haben alle enthaltenen Feste Eigentexte. Dazu gehören auch die Feste der Patrone Europas (hll. Cyrill und Methodius, hl. Katharina von Siena, hl. Benedikt, hl. Birgitta, hl. Theresia Benedicta vom Kreuz). Für Allerseelen ist eine Oration angegeben, für den Rest wird auf das Officium defunctorum verwiesen. Merkwürdigerweise ist auch der freiwillige Gedenktag des hl. Josef des Arbeiters am 1. Mai enthalten.

Die Communia (34 Seiten) beschränken sich auf das Commune dedicationis ecclesiæ und das Commune Apostolorum.

Es folgen das Officium defunctorum (10 Seiten) und die Toni communes (29 Seiten). Letztere enthalten die Eröffnungsformel (»Deus, in adiutorium ...«), und zwar mit zwei verschiedenen Melodien (eine für Sonntage und Feste und eine für Hochfeste); die verschiedenen Psalmtöne; ausnotierte erste Vershälften des Magnificat in verschiedenen Psalmtönen (bemerkenswerterweise wird hier anders als in der Liturgia Horarum die Vulgata- und nicht die Nova-Vulgata-Fassung verwandt); »Regulæ concordantium melodiæ cum textu«, für mich als musikalischen Laien sehr lehrreich; einen Ton für den Lesungsgesang (in den Lesungen selbst fehlen allerdings Zeichen, die darauf hinweisen, an welcher Stelle die melodischen Wendungen zu machen sind); einen Ton für das Responsorium breve (wobei mir nicht klar ist, ob das nur als Beispiel für die genaue Versabfolge oder als Alternative für die an Ort und Stelle ausnotierten komplizierteren Melodien zu verstehen ist); jeweils einen Ton für die Fürbitten, das Vater unser, die Oration, die Entlassung (durch einen Kleriker, einen Bischof, einen Laien); 7 nach Anlässen verschiedene Töne des Benedicamus Domino, das fakultativ verwendet werden kann.

Ein Anhang enthält mehrfach das Magnificat mit typografischen Hervorhebungen für den Gesang in verschiedenen Psalmtönen, einmal das Magnificat nach der Nova Vulgata (ohne typografische Hervorhebungen; hier offenbaren sich in der Überschrift Schwierigkeiten mit der lateinischen Grammatik: »secundum Nova Vulgata Bibliorum Sacrorum Editio«), die Hymnen Pange lingua gloriosi und Vexilla regis »secundum veterem Editionem Vaticanam« (entspricht beim Pange lingua GL 543) und schließlich die nach Textgattungen geordneten Indices.

Die Cantica Phil 2,6–11 (1. Sonntagsvesper), Col 1,12–20, Eph 1,3–10, 1 Petr 2,21–24 Ap 4,11; 5,9.10.12, Ap 11,17–18; 12,10b–12a und Ap 15,3–4 werden nach Art eines Psalms gesungen, ebenso 1 Tim 3,16 (wobei hier die zweite Hälfte der Antiphon nach jedem Vers wiederholt wird; in der Liturgia Horarum ist die Antiphon eine andere), das Canticum Ap 19,1–2.5–7 (2. Sonntagsvesper) ist vollständig ausnotiert, wobei die Verse auf eine einfache psalmtonähnliche Melodie gesungen werden.

Einen systematischen Vergleich mit der Liturgia Horarum habe ich noch nicht vorgenommen, es scheint aber durchaus einige Abweichungen zu geben.


Diese Rezension erschien zurerst in DIESEM FORUM, und wurde hier mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlicht.


Eine empfehlenswerte Bezugsquelle für den deutschsprachigen Raum ist der HARTKER-VERSAND.

Montag, 19. April 2010

Danke, Benedikt XVI.

Am fünften Jahrestag seiner Wahl ist es Zeit, Gott Dank zu sagen für unseren Heiligen Vater. Wenn auch die See derzeit etwas rauher ist, so führt Benedikt XVI. das Schiff der Kirche doch mit ruhiger Hand und mit klarem Blick in die Zukunft.

Möge der Herr uns, seiner Kirche, die Gnade gewähren, diesem Papst noch viele Jahre zu schenken!

Sonntag, 18. April 2010

Schönes Video, schöne Veranstaltung...



Als Kirchenmusiker in deutschen Landen wird man ja immer etwas blass vor Neid, wenn man sieht, was in anderen Ländern bereits möglich ist, während wir immer noch den schalen Konzilsgeist genießen...

Natürlich sind die im Internet vermittelten Eindrücke immer nur Einzelveranstaltung, die keinesfalls Rückschlüsse auf die Situation in der Fläche zulassen. Aber bemerkenswert sind die Veranstaltungen der Church Music Association of America (CMAA) in jedem Fall.

Erfreulich, dass man durch so schöne Videos auch die Internetöffentlichkeit daran teilhaben lässt!

Enjoy!

Samstag, 17. April 2010

Vom Choral zum Priestertum

Das bewegende Zeugnis eines jungen, indischen Ordensmannes und Priesteramtskandidaten veröffentlicht KATHOLISCHES.INFO vor wenigen Tagen:
Aus brahmanischem Haus stammend faszinierte den jungen Hindu [Gaurav Shroff, Anm.] die Schönheit der Kirchenmusik, mit der er an der St. Xavier Schule in Mumbai in Berührung kam. Am 15. August, dem Fest Maria Himmelfahrt, an dem in Indien auch der Unabhängigkeit des Landes gedacht wird, verspürte er während der Heiligen Messe, der er beiwohnte „die Gewißheit der Nähe Gottes. Der Gregorianische Choral erhob meinen Geist und ließ in mir ein Staunen über die Herrlichkeit des Heiligen entstehen“. Es sei dann eine ganz logische Folge gewesen, daß ihn die ästhetische Schönheit zu jener der eucharistischen Schönheit führte, erzählt Gaurav.

So begann der 18-Jährige aus der oberen Kaste, der klassische Musik studierte, das private Studium der Kirchengeschichte, zunächst vor allem „um zu verstehen“, was die großen Musiker und Komponisten zu ihren „großartigen Werken zur Ehre Gottes inspiriert“ hatte und was sie bewog, „ihre Kunst in den Dienst der Liturgie zu stellen“.

Auf dieser Suche fand der junge Mann dann seine wahre Berufung. Im Jahr 2006 wurde er Novize im Paulistenorden, einer amerikanischen Gemeinschaft. Derzeit lebt er im Priesterseminar der Diözese Atlanta, und wird - "so Gott will" - 2013 die Priesterweihe empfangen.

In der Tat hat sich die Begegnung mit dem Gregorianischen Choral immer wieder als reiches Feld der Berufung gezeigt: ich kenne viele Priester, aber auch Ordensleute und Kirchenmusiker, die durch den Kontakt mit dem Choral zu ihrem Beruf gefunden haben.

Mein früherer Gregorianikdozent, der aus dem Münsterland kam, erinnerte sich gerne an die Messen seiner Kindertage zurück, bei denen ein Benediktinerpater im Altarraum "mit weit ausladenden Bewegungen und wehendem Habit" die Gemeinde beim Choralgesang leitete.

Als ich selber mit 15 Jahren zum ersten Mal in meiner Heimatgemeinde den Orgeldienst übernahm, hatte ich noch die Freude, die Werktagsmessen mit zwei pensionierten Geistlichen zu erleben: der eine Priester meiner Heimatdiözese, und trotz seiner mehr als neunzig Lebensjahre von bemerkenswerter Agilität, der andere ein nach dem Krieg vertriebener Priester der Diözese Ermland, der es sich auch an Werktagen nicht nehmen lies, wortgewaltig und glaubenstreu zu predigen. Beiden war es noch selbstverständlich, dass ein Priester jeden Tag die Messe feierte. Beide wünschten regelmäßig ein gregorianisches Ordinarium. Ich begleitete also, so gut ich damals konnte, an der Orgel, während der jeweilige Zelebrant stimmgewaltig die Gesänge anstimmte.

Nie wieder habe ich so intensive und "dichte" Werktagsmessen erlebt. Es schmerzt mich, heute zu sehen, wie immer mehr Werktagsmessen abgeschafft werden (trotz ausreichender Anzahl von Priestern vor Ort), die wenigen Gläubigen sich beim Wortgottesdienst im Stuhlkreis um den Altar setzen müssen, sich dort sichtlich unwohl fühlen - und sich mehr schlecht als recht durch "Neue Geistliche Lieder" winseln. Der Gottesdienstbesuch nimmt stetig ab, eine Feierstimmung kommt nicht mehr auf, statt auf Gottesdienst wird auf Gruppenerfahrung gebaut.

Selbst ein Freund, der nicht kirchlich sozialisiert ist, bekundete mir gegenüber neulich sein Erstaunen über "diesen Firlefanz". Warum, so fragte er, vertraut eure Kirche nicht auf das, was sie immer getan hat? Ich musste peinlich berührt zugeben, dass das eine der wenigen Fragen ist, auf die ich keine Antwort kenne. Und dass es einer der wenigen Punkte ist, an dem ich unsere Kirche selbst nicht verstehe.

Der Zusammenbruch des gottesdienstlichen Lebens ist nicht mehr zu übersehen. Die große Kirchenmusik begeistert zahlreiches Publikum im Konzert, während man sich Sonntagsmorgens mit Blockflötengruppen und Jugendbands malträtieren lassen muss, die auf einem Niveau spielen, bei denen sie als Schülerband andernorts gnadenlos ausgebuht würden.

Die Gläubigen ziehen sich resigniert zurück und flüchten in die Messen in der weiteren Umgebung.

Dennoch werden die Verantwortlichen nicht müde, vom "neuen Frühling" zu schwärmen, den der "Geist des Konzils" gebracht hat...

Dass in diesem Umfeld keine Berufungserfahrung mehr möglich ist, merkt offenbar niemand. Da hilft auch alles Gebet um Priesterberufungen nicht. Wo wir den Acker nicht bereiten, kann der Herr nicht säen.

Mittwoch, 31. März 2010

Annuntio vobis gaudium magnum!

Zehn Bände der berühmten und sehr hilfreichen Paléographie Musicale sind jetzt online:

Donnerstag, 25. März 2010

Oosterhuis-Lieder verboten

Zwei niederländische Diözesen haben einige Lieder von Huub Oosterhuis verboten. Das berichtete KATHNEWS vor Kurzem. Nun muss man dieses Verbot - wie jede Maßnahme dieser Art - differenziert sehen: natürlich gibt es auch von Huub Oosterhuis gelungene und sehr schöne Lieder. Jedoch sind etliche darunter, in denen Gott nicht vorkommt oder die eine banale Antropozentrik verkünden, die zum Charakter der Meßfeier nicht passen. Verständlich ist das auf Oosterhuis' persönlichem Hintergrund. Ich zitiere aus dem entsprechenden WIKIPEDIA-ARTIKEL:
Oosterhuis war Jesuit, katholischer Priester und Studentenpfarrer in Amsterdam. Sein umfangreiches dichterisches Werk und seine Beiträge zur Erneuerung von Liturgie und Gemeindegesang fanden seit 1967 auch in deutschen Übersetzungen weite Verbreitung. Seit 1969 wandte er sich der reformierten Kirche zu, weshalb die Verwendung seiner Lieder in der katholischen Kirche der Niederlande nicht unumstritten ist.
Oosterhuis spielte in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle in der Entfaltung der „freien Liturgie“-Praxis, die mitunter Bibellesungen durch in liturgischen Arbeitsgruppen erarbeitete Deutungsgeschichten ersetzte, und wo die Eucharistiefeier nicht mehr als Sakrament verstanden wurde. In der Formulierung von Gebetstexten wurden ganz neue Zugänge gewagt, so z. B. in Oosterhuis′ eucharistischem Gebet für Agnostiker: „Herr, wenn Du existierst, so komme dann in unsere Mitte“ (niederl.: „Heer, als U bestaat, kom dan onder ons“).
Oosterhuis scheint mir, nach den sehr gelungenen Werken seiner Frühzeit, ein geradezu lehrbuchmäßiger Fall der nachkonziliaren Glaubensentleerung zu sein. Daher ist sein Werk keinesfalls zu verdammen, aber doch mit Vorsicht zu genießen. Ich würde mir wünschen, dass diese Vorsicht auch an Orten einzieht, die - mit bischöflichem Einverständnis - immer noch sehr unkritisch auch mit den bedenklichen Werken Oosterhuis' umgehen, wie die KLEINE KIRCHE in Osnabrück.

Sonntag, 7. März 2010

Ein hervorragender Kommentar...

... zur aktuellen Mißbrauchshysterie kommt vom geschätzten Kollegen von "Musica in tempore" HIER. Ich hätte es nicht besser schreiben können, und empfehle diesen Artikel hiermit herzlich.

Grundsätzlich halte ich jeden einzelnen Fall für schlimm. Aber es sei auf ein paar grundlegende Merkwürdigkeiten in der aktuellen Berichterstattung hingewiesen.

1. Schuld ist (natürlich) der Zölibat, der umgehend aufzuheben wäre.
Ich halte es für nachgerade sträflich leichtsinnig, die derzeitige Diskussion wieder einmal den Ewiggestrigen wie Hans Küng und Konsorten zu überlassen. Der Zölibat trägt erwiesenermaßen nicht Schuld an Pädophilie. Es ist ein schwerer Irrtum, zu glauben, mit der Aufhebung des Zölibats schaffe man gewissermaßen die Pädophilie aus der Welt. Zumal die jetzt betroffenen Klöster ohnehin von einer Zölibatsaufhebung nichts hätten...

2. Was ist Mißbrauch?
Derzeit wird zu Ungunsten der Kirche alles zusammengerührt: vom leichten Ziehen am Ohr bis zu schweren sexuellen Übergriffen. Das ist zunächst einmal unredlich und wird den Opfern nicht gerecht. Ferner ist es vermessen, die Kirche von gestern und vorgestern (warum werden auf einmal sämtliche Fälle aus den 50er Jahren wieder aufgerollt? Siehe den verjährten, straf- und kirchenrechtlichen erledigten Fall der Regensburger Domspatzen) an den Maßstäben von heute zu messen.

Sexueller Mißbrauch ist nicht zu rechtfertigen und zu entschuldigen. Die Prügelstrafe war aber z. B. bis vor nicht einmal zwei Jahrzehnten in vielen Einrichtungen - auch den weltlichen oder anderen privaten - pädagogischer Standard. Glücklicherweise haben sich die pädagogischen Erkenntnisse seitdem verändert. Man darf jetzt aber nicht so tun, als ob es sich hierbei ausschließlich um eine kirchliche Spezialität gehandelt habe.

3. Mißbrauch findet meistens in der eigenen Familie statt.
Seien wir vorsichtig, wenn jetzt wieder nach einer (vemeintlich sicheren) Verstaatlichung des Privatschul- und Erziehungswesen gerufen wird. Seine wir kritisch, wenn jetzt die notorischen Quengler ihre Standardlösungen aus den 60er Jahren wieder auf die Titelseiten bringen (siehe Hans Küng).

Es ist unbedingt notwendig, die Fälle ernst zu nehmen und über Konsequenzen zu diskutieren. Wer sich versündigt hat, muss mit Konsequenzen rechnen und darf nicht einfach in die Nachbarpfarrei versetzt werden. Doch wenn die ewigen hauptberuflichen Kirchenkritiker nun ihre Privatkonzeptchen auf den Rücken der Opfer durchsetzen wollen, ist dieses ebenfalls Mißbrauch.

Ein sehr verabscheuungswürdiger obendrein!

Donnerstag, 4. März 2010

Viva Vivaldi!

Am 4. März 1678 wurde der große Antonio Vivaldi geboren. An seinem heutigen Geburtstag gönnen wir uns einen kleinen Ausschnitt aus seiner berühmtesten Gloria-Vertonung:

Mittwoch, 3. März 2010

Entschuldigung


In eigener Sache:

Die Aufzählung der LINKS zu den Manuskripten gestern ist fehlerhaft. Das liegt zum einen an der fehlerhaften Verlinkung, die ich aus der mir zugestellten Mail übernommen habe.

Zum anderen sind erstaunlicherweise die Originallinks auch nicht mehr erreichbar.

Ich bitte um Entschuldigung und etwas Geduld. Die Korrektur erfolgt, sobald die Dokumente wiedergefunden sind...

Vielen Dank an die Leser, die mich auf die Fehler aufmerksam gemacht haben!

Dienstag, 2. März 2010

Noch mehr Manuskripte...


AUFGRUND TECHNISCHER SCHWIERIGKEITEN SIND DIE HIER VERLINKTEN DOKUMENTE VORÜBERGEHEND NICHT ERREICHBAR. DER FEHLER WIRD SO SCHNELL WIE MÖGLICH BEHOBEN.


Ich darf erfreut melden, dass es weitere schöne Manuskripte nun online zu bestaunen gibt. Hier eine Auflistung:

  • Alle Manuskripte der Bibliothèque Municipale Châlons-sur-Champagne: LINK [zuerst "Collections numerisées", dann "Recherche avancée", dann "Cote"]
Folgendes ist dort zu finden:
Ms 15 (16)
XV - Processionnal à antiennes. St-Pierre-aux-Monts de Châlons, abbaye de la Congrégation de St-Vanne et Hydulphe ▪ RISM B XIV,2, p. 46-47.

Ms 16 (17)
XVIex - Processionnal à antiennes. St-Pierre-aux-Monts de Châlons, abbaye de la Congrégation de St-Vanne et Hydulphe ▪ RISM B XIV,2, p. 47.

Ms 18 (20)
XVII - Processionnal à antiennes. St-Pierre-aux-Monts de Châlons, abbaye de la Congrégation de St-Vanne et Hydulphe ▪ RISM B XIV,2, p. 48.

Ms 20 (22)
XV/XVI - Processionnal augustin. Toussaint-en-l’Ille (Augustins) ▪ RISM B XIV,2, p. 48-49.

Ms 30 (32)
XVI - Antiphonaire. St-Pierre-aux-Monts de Châlons, abbaye de la Congrégation de St-Vanne et Hydulphe ▪ RISM B XIV,2, p. 50.

Ms 45
XIII/2 - Pontifical de Châlons-sur-Marne ▪ Leroquais, Pontificaux, 1937, I, n° 41. 174 (Gar. 9711) XV - Office des Morts (usage dominicain).

Ms 940
vers 1500 - Graduel à l'usage des Dominicains de Châlons? ▪ Cf. notice de Maxence Hermant in : Fr. Avril et al., Très riches heures de Champagne. L'enluminure en Champagne à la fin du Moyen Age (Paris, 2007), p. 104-105.

In der Bibliothèque Nationale de France funktionieren nun endlich Zoom und Suche. Folgende Dokumente (Gallica) sind jetzt online:

  • Gerade erreicht mich eine weitere Mail mit noch mehr Informationen, die ich ebenfalls einfach unkommentiert zur Kenntnis weitergebe - man kommt kaum noch nach, was aber ein durchaus erfreuliches Zeichen ist!
  • España

Universitat de València, Biblioteques i arxius
http://biblioteca.uv.es/valenciano/bibliotecas/de_campus/b_historica/historica8m.php

- Johannes Tinctoris: Ricopilacion de Tratados de Musica
http://biblioteca.uv.es/flashes/08.swf

  • France

Le Havre, Bibliothèque municipale Armand Salacrou

- Ms 32 (A. 34)
XI ▪ Chronicon majus Fontenellensium : 18r-20r Office de saint Wandrille ; 60r-61v Office de saint Ansbert ; 71r-72v Office de saint Wulfran ; 134v Hymne «Virgo dei genitrix mundique potens reparatrix »135v Verset du répons Christus Deus noster* (en neume) et prosule Deus paterne vis (en notation alphabétique selon le système A-P) (éd. Delaporte); prov. Abbaye de Saint-Wandrille, n° 1 ▪ CGM p. 332-335.- Y. Delaporte, « Un tropo inedito del responsorio Felix namque es », Rassegna gregoriana, 12 (1913), c. 225-234.- A. C. Santosuosso, Letter Notation in the Middle Ages (Ottawa, 1989), p. 93, 102, 108, 187, 236.- O. Diard, « Histoire et chant liturgique en Normandie au XIe siècle : les offices propres particuliers des diocèses d’Évreux et de Rouen », Annales de Normandie, 53/3 (2003), p. 195-223, part. p. 200 n. 24.
http://www.ville-lehavre.fr/Fontenelle/fonds.html


Saint-Mihiel, Bibliothèque municipale


- Ms Z 73
XV/1 (décoré à Paris, vers 1460) ▪ Graduel à l’usage de l’abbaye de Saint-Mihiel
(1-8) 9-136r Temporal ; 138r-199r Sanctoral ; 199r-213v Kyriale ; 214r-272v Séquentiaire (incomplet à la fin) ▪ CGM, p. 538-539.- CMN 2.
http://archives.meuse.fr/?id=viewer&doc=accounts%2Fmnesys_ad55%2Fdatas%2Fir%2FManuscrits%20anciens%2FFRAD055000002.xml&page_ref=126&lot_num=1&img_num=1&index_in_visu=


Verdun, Bibliothèque municipale
http://www1.arkhenum.fr/_demo/dr_lorraine_ms/

- Ms 98
XIIIex/XIV (vers 1302 ; avant 1316) ▪ Missel de Renaud de Bar (été)
2r-140v Temporal ; 140-157r Épîtres, Evangiles, Ordo missae ; 157v-278v Sanctoral ; 278v-281r Kyriale ; 280r-317v Séquences ; 318r-343r Épîtres et évangiles ; 344r346v Supplément (texte placé pour cevoir de la musique ; portées non tracée) ; 347r-348r Péricopes évangéliques.- Notation carrée sur 4 lignes rouges ▪ CGM, p. 486-487.- CMN 2.
http://www1.arkhenum.fr/_demo/dr_lorraine_ms/MS0098/index.html

- Ms 99
XVI (1508-1514) ▪ Missel de Nicolas Gobert, abbé de Saint-Vanne de Verdun
Provenance : abbaye Saint-Maur de Verdun, 63v-68 Préfaces notées.- Notation carrée sur 4 lignes rouges ▪ CGM, p. 487.- CMN 2.
http://www1.arkhenum.fr/_demo/dr_lorraine_ms/MS0099/index.html

- Ms 107
XIIIex/XIVin (avant 1304 ?; v. 1302-1305 ?) ▪ Bréviaire de Renaud de Bar
1r-88r Psautier férial ; 80v-82v Litanies ; 83r-87v Office des mélodies (mélodies non reportées) ; 89r-225r Temporal ; 225r-421r Sanctoral ; 421v-425v Tons du Venite.- Notation carrée sur 4 lignes rouges ▪ CGM, p. 490.- CMN 2.
http://www1.arkhenum.fr/_demo/dr_lorraine_ms/MS0107/index.html

Montag, 1. März 2010

Eilmeldung: Musikarchiv geschlossen

In einigen Orgelforum kann man die Schreckensmeldung bereits lesen: das großartige Werner-Icking-Musikarchiv ist GESCHLOSSEN worden! Zwar erreicht man via Google noch die Unterkategorien, aber es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis das Archiv ganz vom Netz geht.

Ein Jammer! Hoffentlich gelingt es, diese unglaubliche Materialfülle irgendwie zu retten und weiterhin verfügbar zu halten.

Poetisches V


I've heard an Organ talk
Emily Dickinson (1830-1886)


I've heard an Organ talk, sometimes
In a Cathedral Aisle,
And understood no word it said -
Yet held my breath, the while -

And risen up - and gone away,
A more Berdardine Girl -
Yet - know not what was done to me
In that old Chapel Aisle.

Sonntag, 28. Februar 2010

Tipp: Heute auf arte

Camille Saint-Saëns:
ORGELSYMPHONIE

Das MDR Sinfonieorchester spielt die berühmte Orgelsymphonie in historischem Rahmen.

Sonntag, 28. Februar 2010 um 19.15 Uhr
Wiederholungen:
02.03.2010 um 06:00
08.03.2010 um 06:00
Camille Saint-Saëns: Orgelsymphonie
(Deutschland, 2010, 43mn)
Der Kaliningrader (Königsberger) Dom ist ein außergewöhnliches Bauwerk: im Stil der Backsteingotik errichtet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und seit 1993 restauriert, soll er nun als Konzertsaal über die Grenzen Russlands hinaus bekanntgemacht werden. Das MDR Sinfonieorchester spielt im historischen Gemäuer die berühmte Orgelsymphonie von Camille Saint-Saëns. Solist ist der junge russische Domorganist Artem Chatschaturow.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Interessante Blogs

Zwei sehr interessante Blogs bemerkte ich erst gestern:
http://ars-celebrandi.blogspot.com

Pfarrer Ulrich Terlinden widmet sich der Untersuchung des nachkonziliaren Novus Ordo Missae


http://www.societaslaudis.org

Diese Seite widmet sich dem Stundengebet

Beide Seiten seien herzlich empfohlen. Gefunden habe ich die Links auf der Seite von FORTES-FIDE.

Dienstag, 23. Februar 2010

Die Grande Dame tritt ab

Seit einigen Tagen geistert die Nachricht durch die Organistenszene: die großartige französische Organistin MARIE-CLAIRE ALAIN wird aus Altersgründen keine Konzerte mehr geben. Es sei ihr an dieser Stelle herzlich gedankt für ihr jahrzehntelanges Wirken, ihren Einfluss auf die Orgelszene und nicht zuletzt für ihr Engagement für das musikalische Erbe ihres viel zu früh verstorbenen Bruders Jehan Alain.

Eine schöne Würdigung findet man auf der Seite der WARNER MUSIC GERMANY.

Der wohlverdiente Ruhestand sei ihr gegönnt. Dazu wünsche ich ihr an dieser Stelle noch für viele Jahre stabile Gesundheit und Lebensfreude.

Hier kann man sie mit einem der bekanntesten Werke ihres Bruder hören, den "Litanies": YOUTUBE.

Montag, 22. Februar 2010

Ein weiterer Buchtipp und das "Haus für Gregorianik"

In den Kommentaren zur LETZTEN BUCHVORSTELLUNG hat ein Leser freundlicherweise auf eine weitere Neuerscheinung hingewiesen. Sie verdient es, hier noch einmal besonders erwähnt zu werden:

Hier noch eine weitere Neuerscheinung zur Gregorianik:

Frater Gregor Baumhof OSB
Gesänge von Licht und Leben
Mit dem Gregorianischen Choral Tod und Auferstehung meditieren
Ein Übungsbuch mit CD


• Dem Geheimnis der Gregorianik nachgehen
• Ein Begleiter für die Osterzeit – und darüber hinaus
• Mit allen Gesängen auf CD

Die tiefe Schönheit des Gregorianischen Chorals bringt uns der Benediktinermönch Gregor Baumhof näher. Nach dem erfolgreichen Band „Gesänge der Stille“ zu Advent und Weihnachten stellt er diesmal die Gesänge der Fasten- und Osterzeit vor und erschließt sie für unser Leben heute. Alle Gesänge wurden eigens für die beigefügte CD aufgenommen.

1. Auflage 2009, 208 Seiten, Pappband, Mit zahlr., z. T. farbigen Abbildungen. Mit CD (Musik, Laufzeit ca. 70 Minuten).
ISBN: 9783466368341

EUR 19,95
SFR 34,90
http://www.koesel.de/Detail.asp?isbn=346636834

Danke für den Hinweis!

An dieser Stelle sei auch auf ein besonderes Angebot in München hingewiesen, nämlich auf das "Haus für Gregorianik", das Frater Gregor Baumhof OSB vor einigen Jahren ins Leben rief. Hier der LINK. Neben GOTTESDIENSTEN mit Choral bietet das Haus auch ein großes KURSANGEBOT sowie gelegentliche Konzerte.

Informationen zu fr. Gregor selbst findet man HIER.

Samstag, 20. Februar 2010

Fastenzeit 2009

Es ist eigentlich selbstverständlich, dass es in der Fastenzeit kein Gloria und kein Halleluja gibt. Dennoch sei hiermit noch einmal darauf hingewiesen. Im letzten Jahr erhielt ich von meinem Kaplan(!) folgenden Liedplan für einen Schulgottesdienst in der ersten Fastenwoche (am Werktag!):


Zum Einzug:

Wir sind hier zusammen in Jesu Namen...
Kyrie:
gesprochen
Gloria:
Gloria, Ehre sei Gott...
1. Antwortgesang:
Gehet nicht auf in den Sorgen dieser Welt, halleluja, halleluja...
Halleluja:
Singt Halleluja unserm Herrn
Gabenlied:
Ein bunter Regenbogen
Sanctus:
Ubi caritas (Taizé)
Agnus Dei:
Herr, wir bringen in Brot und Wein
Danklied:
Lobe den Herren

Tja. Gut, dass dieser Kelch in diesem Jahr an mir vorübergeht...

Freitag, 19. Februar 2010

Ein weiteres Netzwerk für Gregorianik

Vor einigen Tagen wurde ich auf das Gregorian Chant Network aufmerksam gemacht:


Freundliche Weiterempfehlung!

Donnerstag, 18. Februar 2010

Über eine verlorene Schlacht...

Über die verlorene Schlacht der "Consociatio Internationalis Musicae Sacrae" nach dem Konzil berichtete "Musica in tempore" letzte Woche. Ich empfehle DIESEN ARTIKEL gerne noch einmal zur Lektüre, da ich ihn Wort für Wort unterschreiben kann!

Allerdings muss ich auch anmerken, dass kaum jemand bemerkt, dass es die CIMS noch gibt. Unterirdisch schlechte Öffentlichkeitsarbeit lässt grüßen...

Mittwoch, 17. Februar 2010

Ash Wednesday in Brompton Oratory

Gerade in London, habe ich gestern Abend sehr die Feier des Aschermittwochs im berühmten Brompton Oratory genossen: Novus Ordo Missae vom Feinsten!

Auch musikalisch war die Feier mehr als beeindruckend:
Gradual & Tract Schultes.
Miserere mei Allegri.
In ieiunio et fletu Tallis.
Sanctus & Agnus: for four voices
Byrd.
Emendemus in melius
A. Gabrieli.
Am Morgen war ich zu den gesungenen Mattins in der anglikanischen Bischofskirche St. Paul's Cathedral, auch das ein Genuß für alle Sinne!

In solchen Momenten überkommt mich die Wehmut, wenn mir bewusst wird, wie sehr die Liturgie nach dem Konzil gegen die ausdrücklichen Konzilstexte verstümmelt wurde und was den Gläubigen an wahrer Schönheit und Erbauung vorenthalten wird.