Sonntag, 3. Juni 2012

Organetto und moderne Percussion

Einen interessanten Konzertmitschnitt aus der Elisabethenkirche in Basel fand ich diese Tage auf Youtube und wollte ihn der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten. Enjoy!


Freitag, 1. Juni 2012

Actuosa participatio bedeutet nicht Aktionismus ohne Sinn und Verstand


Offenbar kam dieser Tage in der katholischen Bloggerszene wieder einmal eine Diskussion über den Begriff der "tätigen Teilnahme" (lat. actuosa participatio) auf, der angeblich vom II. Vatikanischen Konzil geprägt wurde (so lernt man es heute noch mancherorts im Theologie- oder Kirchenmusikstudium), aber in Wirklichkeit vom Hl. Papst Pius X. in seinem bemerkenswerten Motu Propio TRA LE SOLLECITUDINI über die katholische Kirchenmusik stammt, aus welcher die Liturgiekonstitution "Sacrosanctum Concilium" über weite Strecken fast wörtlich zitiert (anscheinend allerdings in ebenfalls weiten Teilen unter Ignorierung der wichtigsten Akzente der Vorgängerschreibens; das wird noch einen eigenen Beitrag wert sein).

Abgesehen von den bereits vor vielen Jahren von mir in die Runde geworfenen und HIER ARCHIVIERTEN BEITRÄGEN findet man HIER auf "SICUT INCENSUM" einen schönen Beitrag zu diesem Thema, der hiermit zur Lektüre empfohlen sei.
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Bildquelle: Kath. Gemeinde St. Marien, Delmenhorst; ST-MARIEN-ONLINE.DE

Donnerstag, 31. Mai 2012

Worüber man nicht schweigen kann...

...darüber muss man bloggen, sagte schon Ludwig Wittgenstein (jedenfalls so ähnlich; mit Zitaten aus dem Internet muss man ja vorsichtig sein). 

Ein Teil des Fachzeitschriftenprogramms in der Bibliothek der Basler Musikakademie
Eigentlich lag es in meiner Absicht, dieses Blog ruhen zu lassen, da ich die Thematik für relativ "abgegrast" hielt und die Leserschaft nicht damit langweilen wollte, mich am laufenden Bande über die gleichen Dinge aufzuregen. Dazu kommt eine gewisse Überarbeitung: Abgesehen von einer Lehrtätigkeit und musikwissenschaftlicher Forschung in der Schweiz ist der Autor dieses Blogs als Organist in Süddeutschland tätig, leitet einen Kirchenchor im Erzbistum Strasbourg (F) mit 62 Mitgliedern, der nicht nur jeden Sonntag (sic!) das komplette liturgische Programm singt sondern als einziger Chor in der Erzdiözese auch noch regelmässig den Gregorianischen Choral pflegt. Darüberhinaus leite ich einen leistungsstarken Schweizer Chor, der regelmässig Konzerte gibt und auch an Wettbewerben teilnimmt, sowie einen Männerchor im Badischen, der auch noch zu seinem Recht kommen will. Kurz zusammengefasst: die Zeit ist manchmal arg knapp. Ich bräuchte eigentlich eine fünfundzwanzigste Stunde am Tag, einen zweiten Kopf und eine Sekretärin...

Nun kamen zuletzt allerdings doch wiederholt Anfragen, ob ich diesen Blog nicht doch weiterführen könnte. Auch das die Zugriffszahlen hoch blieben, obwohl sich hier kaum noch etwas tat, spricht dafür, dass an diesem Blog weiterhin Interesse besteht.

Doch der eigentlich notwendige "Tritt in den Hintern" kam gestern ohne Vorwarnung in der Bibliothek der Basler Musikakademie über mich, als ich die letzte Ausgabe des deutschen evangelischen Kirchenmusikmagazins "Musik & Kirche" aufschlug:


Unter der Überschrift "Informationsparadies oder Vorhölle? Kirchenmusik im Internet" verfasste Alexander Reischert einen sehr lesenswerten Artikel über die Präsenz von Kirchenmusik und deren Verursachern in der digitalen Welt. Darin wird dieses Blog nicht nur gleich im ersten Absatz erwähnt und beklagt, dass es hier seit längerem recht ruhig geworden ist (Begründung: siehe oben). Nein, der Autor erkühnt sich sogar zu der Behauptung, CAECILIA sei ein lesenswertes Blog und hat es gar geschafft, diese Bemerkung durch den wachsamen Blick der Redaktion zu bringen. Kann ich jetzt noch so tun, als interessierte mich das nicht?

Wohl kaum (es sei denn, ich würde als konservativer katholischer Blogger leugnen, gelegentlich in ein protestantisches Kirchenmusikmagazin zu spähen*). Ich erhöre also das Flehen und versuche, demnächst wieder regelmässiger (man entschuldige übrigens die Orthographie; seit wenigen Wochen verwende ich eine schweizerische Tastatur, die das scharfe S nicht kennt) hier zu posten, und bitte um Geduld, wenn es gelegentlich mal etwas länger dauert. Die Aufzählung meiner Tätigkeiten oben diente nicht der Angeberei, sondern tatsächlich der Erklärung, dass gelegentliche Blogpausen nicht der Faulheit geschuldet sind...

Danke an "Musik & Kirche", bzw. an Alexander Reischert für die Würdigung in ihrem Magazin. Und Dank auch an die regelmässigen Leser, Kommentatoren und auch an die neugierigen Besucher, die nur sporadisch einmal vorbeischauen. Ich hoffe, es gelingt mir weiterhin, interessante Beiträge zu posten und freue mich, vielleicht doch den ein oder anderen Diskussionsanstoss gegeben zu haben. Und ich verspreche: ich werde auch weiterhin subjektive und klar formulierte Kommentare zum kirchlichen Musikgeschehen liefern...

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*) abgesehen vom deutschen "Musik & Kirche" sei auch die Schweizer Schwesterzeitschrift "Musik und Gottesdienst" empfohlen, sowie "Musik und Liturgie" des Schweizerischen Katholischen Kirchenmusikverbandes". Die katholische deutsche "Musica Sacra" liegt mir hingegen seit längerem etwas quer im Magen, um es einmal freundlich zu formulieren. Ich werde darauf später noch mit einem kleinen Artikel eingehen.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

O Emmanuel

Die letzte der O-Antiphonen wieder im schlichten Choral:

Mittwoch, 22. Dezember 2010

O rex gentium

Heute kommt die O-Antiphon aus Blackfriars, Oxford. Gesungen von den jungen Dominiker-Brüdern im Studium:

Dienstag, 21. Dezember 2010

O oriens

Die O-Antiphon des heutigen Tags aus Belo Horizonte:

Montag, 20. Dezember 2010

Kirchenkrise? Kirchenkrise!

Im Erzbistum München und Freising hat eine "Dialogkommission" getagt, und es bewahrheitet sich einmal mehr, dass kirchliche Gremien immer dann Beschlüsse veröffentlichen, wenn man gerade dachte, es könne nicht mehr schlimmer werden.

Hier nun einige Zitate, entnommen der Homepage des Münchner Kirchenradios, unkommentiert. Es gibt Dinge, die auch dann nicht besser werden, wenn man etwas dazu sagen würde...

Die 126 Mitglieder des Zukunftsforums im Erzbistum München und Freising haben Kardinal Reinhard Marx ihre Empfehlungen für eine zeitgemäße Seelsorge überreicht. Die Vorschläge wurden von zwölf Arbeitsgruppen erstellt. Sie reichen von einer ansprechenden Liturgie bis hin zur Sexualmoral, einer stärkeren Einbindung der Frauen in der Kirche oder einer besseren Ausbildung für Ehrenamtliche.
oder
Wir sind in der Welt angekommen und akzeptieren, was Menschen denken und von der Kirche erwarten“, sagte ein anderer Teilnehmer.
oder
Der Erzbischof kündigte zugleich an, in der gesamten Diözese auf regionaler Ebene Gespräche führen zu wollen. "Was will der Herr in dieser Stunde von uns? Gesprächsforen sind ein erster Punkt."

O clavis David

Die O-Antiphon des heutigen Tages kommt in Osnabrücker Prägung: in einer Komposition von Peter Witte, gesungen vom Chor "Corona Vocalis" unter Leitung von Michael Schmoll:

Sonntag, 19. Dezember 2010

O radix jesse

Die O-Antiphon des heutigen Tags mit Giovanni Vianini, Mailand:

Samstag, 18. Dezember 2010

Wenn die Reformer plötzlich konservativ wirken

Roland Breitenbach, weithin bekannter Geistlicher aus Schweinfurt, hat uns mit einer seiner literarischen Höchstleistungen beglückt:
Wenn die Kirche
so weiter macht wie bisher,
kommt sie an jenen Punkt,
an dem sie schon
vorgestern war.
Wie recht der Mann hat, sieht man, wenn man ein Zitat von Papst Benedikt XVI. danebenstellt:
[Die Kirche] ist aber auch in dem Sinne jung, daß ihr Glaube sozusagen aus dem frischen Quell Gottes selber kommt, von daher also, wo das wirklich Neue und Erneuernde da ist. Das ist nicht eine abgestandene Kost, die wir seit 2000 Jahren haben und die immer wieder aufgekocht wird, sondern Gott selbst ist der Quell aller Jugend und allen Lebens.

Und wenn der Glaube eben eine Gabe ist, die von ihm her kommt sozusagen das frische Wasser, das uns immer wieder gegeben wird, mit dem wir dann leben können und das wir sozusagen als Kraft in die Wege der Welt einspeisen dürfen - dann ist eben Kirche eine verjüngende Kraft.

Es gibt einen Kirchenvater, der einmal die Kirche gesehen hat und dabei das Sonderbare sah, daß sie im Lauf der Jahre nicht älter, sondern immer jünger wird, weil sie immer mehr dem Herrn entgegengeht, das heißt immer mehr der Quelle entgegen, von der Jungsein, von der Neuheit, Erfrischung, die frische Kraft des Lebens kommt.
Es ist tragisch, wenn die abgestandenen Parolen einer gestrigen Modernität heute plötzlich unmodern wirken. Ein beredtes Beispiel dafür, warum sich die Kirche vor der Anbiederung an den Zeitgeist hüten sollte, wie der Teufel vorm Weihwasser. Oder, wie es der Münchener Erzbischof Kardinal Reinhard Marx einmal formulierte:
Wer den Zeitgeist heiratet, ist morgen schon Witwer.

O Adonai

Die O-Antiphon des heutigen Tags, komponiert von Arvo Pärt:

Freitag, 17. Dezember 2010

Zu den O-Antiphonen...

hier ein schöner Artikel auf "New Liturgical Movement": KLICK!

Natürlich werden die O-Antiphonen auch auf diesem Blog in den nächsten Tagen in unterschiedlicher Weise gewürdigt. Übrigens jeden morgen um genau 9:00 Uhr.

Viel Freude damit!

Kardinal Bartolucci zur Kirchenmusik

Seit ich dieses Blog eröffnet habe, war ich in der peinlichen Lage, das Thema "Domenico Bartolucci" zu umkreisen. Dieser langjährige Leiter der Sixtinischen Kapelle wird gerade in konservativen Kreisen und unter Traditionalisten sehr geschätzt, weil er - nach eigener Aussage - niemals die nach dem II. Vaticanum erneuerte Messe zelebrierte und aus seiner berechtigten Ablehnung der Messgestaltung unter Johannes Paul II. keinen Hehl machte ("Wenn das Theater vorbei ist, rufen Sie mich..."). Dafür wurde er vom Heiligen Stuhl mit viel Undank und entgegen der Zusage der lebenslangen Ernennung quasi zwangspensioniert.

Andererseits muss man objektiv die Leistungen des Chores der Sixtinischen Kapelle sehen, was durch Ohrenzeugen und Aufnahmen aus der damaligen Zeit zu belegen ist. Die Qualität der vatikanischen Musik ist nicht erst unter Johannes Paul II. unterirdisch, wahrhaft unterirdisch, geworden. Das Problem bestand offenkundig schon länger. Und ob ein Mann von 80 Jahren (als er 1997 in den Ruhestand geschickt wurde) rein physisch noch in der Lage war, den Chor gut zu leiten, möchte ich aus reicher Erfahrung mit den Leistungen einiger geschätzter, aber eben tragisch in die Jahre gekommener Kollegen doch etwas anzweifeln.

Manchmal braucht es eben einen mehr oder minder dezenten Hinweis, dass es doch an der Zeit wäre, aufzuhören - bevor es unüberhörbar wird, dass es einfach nicht mehr geht...

Meine subjektiven Gefühle Bartolucci gegenüber sind also recht ambivalent. Ich schätze seine Interviews und seine klaren Aussagen zur Kirchenmusik, insbesondere eben auch zum theologischen Unterbau der geistlichen Musik, die niemals Kunst um ihrer selbst Willen ist. Aber der gerade in Traditionalistenkreisen nachgerade euphorischen Lobhudelei seines Lebenswerkes kann ich mich doch nicht vorbehaltlos anschließen.

Dennoch mache ich keinen Hehl aus meiner Freude darüber, das unser Heiliger Vater Benedikt XVI. den altgedienten Chorleiter mit über 90 Jahren noch zum Kardinal kreiert hat. Der damalige Kardinal Joseph Ratzinger machte nach der Absetzung Bartoluccis kein Geheimnis daraus, dass er die Absetzung für falsch hielt.

Man kann diese Ernennung durchaus als klares Signal für die vom Papst gewünschte "Reform der Reform" auffassen, und als erneute deutliche Absage an den liturgischen Kurs des vergangenen Pontifikats, nachdem er schon den Zeremoniar seines verstorbenen Vorgängers, Erzbischof Piero Marini, auf eine vollkommen unbedeutende Kurienposition abgeschoben hat.

Möge die Restauration, oder besser: Renaissance, der katholischen Litugie mutig voranschreiten!

Doch nun zu einem BERICHT AUF ZENIT.ORG, der heute zum Auslöser dieses kleinen Artikels wurde. Ein lesenswertes Interview mit Kardinal Domenico Bartolucci, aus dem ich folgende Abschnitte hier zitieren möchte:
- Glauben Sie, dass Kirchenmusik wieder zu dem werden kann, was sie einmal war?

Kardinal Domenico Bartolucci: Das wird Zeit brauchen. Die Meister der alten Zeiten gibt es nicht mehr, weil es nicht mehr nötig ist, dass es sie gibt. Ich will es hoffen. Benedikt XVI hat eine Vorliebe für Gregorianik und Polyphonie und will die Verwendung der lateinischen Sprache wieder einführen. Er versteht, dass ohne das Latein das Repertoire der Vergangenheit dazu bestimmt wäre, im Archiv zu verschwinden. Es ist notwendig zu einer Liturgie zurückzukehren, die der Musik, dem Geschmack am Schönen und auch der wahren sakralen Kunst Raum gibt.

- Was denken Sie über das Singen der versammelten Gemeinde in den liturgischen Feiern?

Kardinal Domenico Bartolucci: Achtung, bitte keine Verallgemeinerung. Ich bin nicht gegen den Volksgesang, wie mir vorgeworfen wurde. Schon vor dem Konzil schrieb ich Volkslieder für die Liturgie in italienischer Sprache. Sie waren in den Pfarreien sehr verbreitet. Es gibt Kontexte, wo eine „Schola Cantorum" oder ein Chor nötig sind, um echte Kunst zu machen. Betrachten wir zum Beispiel das Repertoire des Gregorianischen Chorals oder das große polyphone Repertoire, der wahre Künstler verlangt, damit sie er so klingt, wie er sein soll. In diesen Fällen beteiligt sich das Volk in all seinen Rechten, im Aufnehmen und Hören, aber es sind die Sänger, die ihre Professionalität und Kompetenz in den Dienst der anderen stellen. Leider haben Viele in diesen Jahren der Entwicklung gedacht, dass Teilnahme heißt „irgendwas zu tun".

Dazu erlaube ich mir, auf zwei meiner eigenen Texte hinzuweisen:
STILLOSIGKEIT ALS GESTALTUNGSPRINZIP? und
DARF DER CHOR DAS SANCTUS SINGEN?, hier vor allem unter Berücksichtigung der Gedanken zur "participatio actuosa".

O sapientia

Die O-Antiphon zum heutigen Tag aus der Abtei Niederaltaich:

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Veni, veni Emmanuel!

Wunderbar gesungen vom Domchor Paderborn:

Dienstag, 14. Dezember 2010

Interessante Vorträge in Basel

Auf eine bereits angelaufene, aber auch 2011 noch mit interessanten Vorträgen aufwartende Vortragsreihe in der Schweiz darf ich hiermit hinweisen:

2. März 2011, 18 Uhr:
Neumen: die Entstehung der Musik aus ihrer visuellen Repräsentation
Referent: Michael Walter

6. April 2011, 18 Uhr:
Mathematik und Physik als Grundlagenwissenschaft für das Visualisieren von Musik in mittelalterlicher Sicht
Referent: Max Haas

27. April 2011, 18 Uhr:
The Visible an the Invisible: Temporality an its notational representation in Late Medieval Music
Referentin: Dorit Tanay

18. Mai 2011, 18 Uhr
Medieval Notes, musical, visual, verbal
Refentin: Mary Carruthers

Alle weiteren Angaben unter EIKONES.CH.

Bildquelle: THE RAMBLER

Montag, 13. Dezember 2010

Das neue Antiphonale Romanum - Ergänzung

Ich erlaube mir hiermit, ohne lange einleitende Worte, einige Ergänzungen zu DIESEM ARTIKEL nachzureichen.


Zu den Abweichungen des Antiphonale Romanum 2009 (AR) von der Liturgia Horarum 1985 (LH):

Erster Teil: Der Vierwochenpsalter

1. Vesper vom Sonntag der 1. Woche
1. Antiphon (zu Ps 140):
LH:
Dirigatur Domine, oratio mea sicut incensum in conspectu tuo.
AR: Domine, clamavi ad te, exaudi me.
2. Antiphon (zu Ps 141):
LH:
Tu es refugium meum, Domine, portio mea in terra viventium.
AR: Portio mea, Domine, sit in terra viventium.

2. Vesper vom Sonntag der 1. Woche
1. Antiphon (zu Ps 109):
LH:
Virgam potentiæ suæ emittet Dominus ex Sion, et regnabit in æternum, alleluia.
AR: Virgam virtutis tuæ emittet Dominus ex Sion: dominare in medio inimicorum tuorum.
2. Antiphon (zu Ps 113 A):
LH:
A facie Domini mota est terra, alleluia.
AR: Ex Ægypto eduxisti nos, Domine.
Canticum (vgl. Ap 19,1–2.5–7):
LH hat die Antiphon
Regnavit Dominus Deus noster omnipotens, alleluia. Diese entfällt in AR. In LH ist der Aufbau der einzelnen Verse Alleluia – Versteil 1 – (Alleluia) – Versteil 2 – Alleluia (alleluia) mit der Angabe, dass die in Klammern stehenden Alleluia bei reiner Rezitation weggelassen werden können; in AR dagegen Versteil 1 – Alleluia – Versteil 2 – Alleluia, alleluia. In AR sind anders als in LH auch das Gloria Patri und das Sicut erat entsprechend aufgebaut.

1. Vesper vom Sonntag der 2. Woche
1. Antiphon (zu Ps 118 Nun):
LH:
Lucerna pedibus meis verbum tuum, Domine, alleluia.
AR: Illumina oculos meos, Domine.
2. Antiphon (zu Ps 15):
LH:
Adimplebis me lætitia cum vultu tuo, Domine, alleluia.
AR: Conserva me, Domine, quoniam in te speravi.
3. Antiphon (zu Phil 2,6–11):
LH:
In nomine Iesu omne genu flectatur in cælo et in terra, alleluia.
AR: Dedit illi Dominus claritatem æternam, et nomine æterno hereditavit illum.

2. Vesper vom Sonntag der 2. Woche
1. Antiphon (zu Ps 109):
LH:
Sacerdos in æternum Christus Dominus secundum ordinem Melchisedech, alleluia.
AR: Iuravit Dominus et non pænitebit eum: Tu es sacerdos in æternum.
2. Antiphon (zu Ps 113 B):
LH:
Deus noster in cælo; omnia quæcumque voluit, fecit, alleluia.
AR: Nos qui vivimus, benedicimus Domino.
Canticum (vgl. Ap 19,1–2.5–7):
Die Antiphon
Laudem dicite Deo, omnes servi eius, pusilli et magni, alleluia entfällt in AR. Für das Übrige siehe 1. Woche.

1. Vesper vom Sonntag der 3. Woche
1. Antiphon (zu Ps 112):
LH:
A solis ortu usque ad occasum, laudabile nomen Domini.
AR: Sit nomen Domini benedictum in sæcula.

2. Vesper vom Sonntag der 3. Woche
1. Antiphon (zu Ps 109):
LH:
Dixit Dominus Domino meo: Sede a dextris meis, alleluia.
AR: Dixit Dominus Domino meo: Sede a dextris meis.
2. Antiphon (zu Ps 110):
LH:
Memoriam fecit mirabilium suorum miserator Dominus, alleluia.
AR: Fidelia omnia mandata eius, confirmata in sæculum sæculi.
Canticum:
Siehe 1. Woche.


1. Vesper vom Sonntag der 4. Woche
1. Antiphon (zu Ps 121):
LH:
Rogate quae ad pacem sunt Ierusalem.
AR: Fiat pax in virtute tua.
2. Antiphon (zu Ps 129):
LH:
A custodia matutina usque ad noctem, speravit anima mea in Domino.
AR: Sustinuit anima mea in verbo Domini, speravit anima mea alleluia.
3. Antiphon:
Siehe 2. Woche.


2. Vesper vom Sonntag der 4. Woche
1. Antiphon (zu Ps 109):
LH:
In splendoribus sanctis, ante luciferum genui te, alleluia.
AR: Ex utero, ante luciferum genui te.
2. Antiphon (zu Ps 111):
LH:
Beati qui esuriunt et sitiunt iustitiam, quoniam ipsi saturabuntur.
AR: In mandatis eius cupit nimis.
Canticum:
Siehe 2. Woche.


Im Gegensatz zu den Antiphonen gibt es bei den Hymnen und Responsorien keinerlei Abweichungen.

Zweiter Teil: Das Proprium de Tempore
2.1 Die Adventszeit


1. Vesper vom 1. Adventssonntag
3. Antiphon (zu Phil 2,6–11):
LH:
Veniet Dominus in potestate magna, et videbit eum omnis caro.
AR: Veniet Dominus in potestate magna, et videbit omnis caro salutare Dei.
Magnificat-Antiphon:
LH hat für jedes Lesejahr eine eigene Antiphon. Die dort für das Jahr B vorgelegte Antiphon
Ecce nomen Domini venit de longinquo, et claritas eius replet orbem terrarum steht in AR für alle Lesejahre.

2. Vesper vom 1. Adventssonntag
1. Antiphon (zu Ps 109):
LH:
Iucundare, filia Sion, et exsulta satis, filia Ierusalem, alleluia.
AR: Iucundare, filia Sion, exsulta satis, filia Ierusalem, alleluia.
Canticum (vgl. Ap 19,1–2.5–7):
LH und AR haben dieselbe Antiphon. Zur Ausführung des Canticums siehe den ersten Teil (2. Vesper vom Sonntag der 1. Woche).
Magnificat-Antiphon:
Jahr B:
LH:
Ne timeas, Maria, invenisti enim gratiam apud Dominum: ecce concipies et paries Filium, alleluia.
AR: Ne timeas, Maria, invenisti gratiam apud Dominum: ecce concipies et paries Filium, alleluia.
Jahr C:
LH:
Beata es, Maria, quæ credidisti Domino, perficientur in te, quæ dicta sunt tibi a Domino, alleluia.
AR: Beata es, Maria, quæ credidisti: perficientur in te, quæ dicta sunt tibi a Domino, alleluia.

1. Vesper vom 2. Adventssonntag
Magnificat-Antiphon:
LH hat für jedes Lesejahr eine eigene Antiphon. Die dort für das Jahr C vorgelegte Antiphon
Veni, Domine, visitare nos in pace, ut lætemur coram te corde perfecto steht in AR für alle Lesejahre.

2. Vesper vom 2. Adventssonntag
Canticum (vgl. Ap 19,1–2.5–7):
LH und AR haben dieselbe Antiphon. Zur Ausführung des Canticums siehe den ersten Teil (2. Vesper vom Sonntag der 1. Woche).
Magnificat-Antiphon:
Jahr A:
LH:
Ego vos baptizo in aqua in pænitentiam, dixit Ioannes. Qui post me venturus est, fortior me est: ipse vos baptizabit in Spiritu Sancto et igni.
AR: Veniet fortior me post me, cuius non sum dignus solvere corrigiam calceamentorum eius.
Jahr B:
LH:
Ioannes prædicabat dicens: Venit fortior me post me, cuius non sum dignus procumbens solvere corrigiam calceamentorum.
AR: wie in Jahr A

1. Vesper vom 3. Adventssonntag
2. Antiphon (zu Ps 115):
LH:
Ego Dominus prope feci iustitiam meam; non elongabitur, et salus mea non morabitur.
AR: Exspectetur sicut pluvia eloquium Domini; et descendet super nos sicut ros Deus noster.
Magnificat-Antiphon:
LH hat für jedes Lesejahr eine eigene Antiphon. Die dort für das Jahr A vorgelegte Antiphon
Ante me non est formatus Deus, et post me non erit: quia mihi curvabitur omne genu, et confitebitur omnis lingua steht in AR für alle Lesejahre.

2. Vesper vom 3. Adventssonntag
Canticum (vgl. Ap 19,1–2.5–7):
LH und AR haben dieselbe Antiphon. Zur Ausführung des Canticums siehe den ersten Teil (2. Vesper vom Sonntag der 1. Woche).
Magnificat-Antiphon:
Jahr A:
LH:
Tu es qui venturus es, an alium exspectamus? Dicite Ioanni quæ vidistis: Ad lumen redeunt cæci, mortui resurgent, pauperes evangelizantur, alleluia.
AR: Ioannes autem, cum audisset in vinculis opera Christi, mittens duos de discipulis suis, ait illi: Tu es qui venturus es, an alium exspectamus?
Jahr B:
LH:
Ego baptizo in aqua. Medius vestrum stat, quem vos non scitis, qui post me venturus est.
AR: Miserunt Iudæi sacerdotes et levitas ad Ioannem, ut interrogarent eum: Tu quis es? Et confessus est et non negavit; et confessus est: Quia non sum ego Christus.
Jahr C:
LH:
Respondebit Ioannes dicens: Venit fortior me, cuius ventilabrum in manu eius ad purgandam aream suam et ad congregandum triticum in horreum suum.
AR: Gaudete in Domino semper: modestia vestra nota sit hominibus. Dominus prope est. Nihil solliciti sitis, sed in omni oratione petitiones vestræ innotescant apud Deum.

1. Vesper vom 4. Adventssonntag
keine Abweichungen

2. Vesper vom 4. Adventssonntag
1. Antiphon (zu Ps 109):
LH:
Intuemini quam gloriosus sit iste, qui ingreditur ad salvandos populos.
AR: Intuemini quantum sit gloriosus iste, qui ingreditur ad salvandos populos.
Canticum (vgl. Ap 19,1–2.5–7):
LH hat die Antiphon
Multiplicabitur eius imperium, et pacis non erit finis, alleluia. In AR entfällt das alleluia der Antiphon. Zur Ausführung des Canticums siehe den ersten Teil (2. Vesper vom Sonntag der 1. Woche).

Magnificat-Antiphonen für den 17.–23. Dezember (O-Antiphonen)
17. Dezember:
LH:
O Sapientia, quæ ex ore Altissimi prodisti, attingens a fine usque ad finem, fortiter suaviterque disponens omnia: veni ad docendum nos viam prudentiæ.
AR: O Sapientia, quæ ex ore Altissimi prodisti, attingens a fine usque ad finem fortiter, suaviter disponensque omnia: veni ad docendum nos viam prudentiæ.
22. Dezember:
LH:
O Rex gentium et desideratus earum, lapisque angularis, qui facis utraque unum: veni et salva hominem, quem de limo formasti.
AR: O Rex gentium et desideratus earum, lapisque angularis, qui facis utraque unum: veni, salva hominem, quem de limo formasti.
Ein herzliches "Vergelt's Gott!" für die Mühe, das Buch so akribisch zu untersuchen - und nochmals Dank für die Erlaubnis, diese Erkenntnisse hier im Blog veröffentlichen zu dürfen!

Pop-Nonnen, Nachtrag

Ein Nachtrag zu meinen Pop-Nonnen-Gedanken von gestern: Heute berichtet KATH.NET, dass die neue Choral-CD bereits unter den Top-15 der englischen Charts ist.

Und das, obwohl die Gemeinschaft der Benediktinerinnen sich dem Medienzirkus vollkommen verweigert hat.

Wie ich schon sagte: man muss den Choral einfach mal für sich sprechen lassen. Und darauf vertrauen, dass er auch heute noch verstanden wird!

Aktuelles von Sinfonia Sacra

Ich bin etwas spät dran, möchte aber trotzdem noch darauf hinweisen, dass das neue Mitteilungsheftchen der "Sinfonia Sacra - Gesellschaft zur Förderung katholischer Kirchenmusik" jetzt online ist. Und zwar HIER im PDF-Format.